Kleine Idylle

Nebel trinkt den fallenden Regen,

es bleibt ein unbestimmtes Geräusch –

Blätter regen sich schläfrig,

als hätten sie sich selbst geweckt.

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Regen

Bäume öffnen ihre Arme,

Wassertropfen im Zwiegespräch mit den Blättern –

silberne Geschichten von Hand zu Hand,

nach endlos stummem Geflüster.

 

Einem Kind

Will das Licht einem Schatten von sich erzählen,

er jedoch nicht über sich springen,

zieht er weiter seine Linie,

während es mit den Fingern darüber streicht,

als wolle es eine Wunde heilen,

ihn auffangen, wohin er flieht –

würde er sich als Kind in der Ecke finden,

wenn es dorthin seinen Namen flüstert?

 

 

Morgens

Dir Zeichen an

den Weg gestellt,

den Weg entlang

hinzugesellt,

 

ringsum aufs Land

legt sich ein Licht,

legt seine Hand

auf Dein Gesicht,

 

ein Schweigen steigt

und steigt hervor,

entgegenschweigt

ihm Herz und Ohr,

 

der Schattentod,

sich still verlor

in Morgenrot

und Blumenflor,

 

gewendet wie

mit Wellenschlag,

und es ist früh,

und es wird Tag.

Knoten im Taschentuch

Ist Dir bewusst,

wie erfindungsreich, vielgestaltig, schlicht

Dich Worte daran erinnern,

dass Du nicht alleine bist?

 

Wie bereitwillig sie sich

in Gedichte, Briefe, Bücher werfen,

um an dem entlegenen Ort gefunden zu werden,

an dem Du Dich findest?

 

Dass der Aphorismus mancher Flaschenpost

Dich darum bittet, flussaufwärts zu denken,

an jene Hütte, die auf ein Klopfzeichen wartet?