Wetterwende

Mit übervollen Händen

schiebt sich der Himmel heran,

 

Bäume schütteln den Wind

von ihren Blättern,

 

und tropfenweise verlieren sich

die Geräusche in Regenstille.

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Am Wegrand

Wie uns Farben unverbraucht

aus Dingen anschauen,

sich mit Schmetterlingsflügeln

von Moment zu Moment geben,

 

um für die Dauer

eines unverhofften Augenblicks

mit flüchtigen Bewegungen

in unseren Händen zu verweilen.

 

Einander

Wolken ertasten das Land

mit durchsichtigen Fingern,

zählen hörbar die Blätter,

 

breiten suchend

die Hände auf dem Boden aus,

als wäre ihnen eines

verloren gegangen,

 

während das Grüne

spielend seine Hand

in jene andere schiebt.

 

 

Gespräch

Mühelos öffnet Zeit Räume,

die Dich wie eine Ewigkeit

aufnehmen und loslassen,

 

stößt mit einem Fingerzeig

ohne Laut die Türe auf,

lange bevor Du hindurchgehst

 

um Dich auf der anderen Seite

als Garten zu empfangen.

Auslese

Ein unsichtbarer Faden,

Momente melodisch aufgereiht –

 

erinnernd gleiten Finger entlang,

wie über eine Blindenschrift,

 

Stunden wie Blüten geöffnet,

 

während die Sekundenweise

heimatlich ihre Tonart ändert.

 

Karfreitag

Die Grenzen des Weges verlieren sich

inmitten von Kreuzeslandschaft,

 

das Abrupte der Schritte,

schrittweises Fallen,

 

und alles Fallen

fällt in Deine drei Stürze,

und dreimal stehst Du wieder auf,

 

auf Deinen Schultern die Schwere,

an die geheftet

Du Deine drei Worte sprechen wirst:

 

„Es ist vollbracht.“