Bethlehem

Die winterlichen Äste

und Zweige der Bäume wie Harfensaiten,

gestimmt auf die Wiegenlieder

für das Kind –

 

weit läutende Schläge von Glocken,

die jene eine zum Klingen bringen,

die sich unsichtbar über uns wölbt –

 

wiegende Bewegung des Windes,

ale legte er Hände

um den Ort der Krippe,

vor dem er schweigend innehält.

 

Veränderung

Fasern einer verschwindenden Wolke

vor einem unverändert blauen Himmel,

 

der gewiegte Fall eines Blattes,

aufgefangen von einer stillenden Erde,

 

sich weitende Kreise im Wasser,

mündend in einen unabsehbar sich dehnenden Spiegel,

 

Verlöschen einer Kerzenflamme,

als würde sich ihre Gestalt zu Worten formen,

ehe sie Unsichtbarkeit annimmt,

 

Handeln, das einem Sein entsteigt

mit der Zeitigkeit einer geöffneten Blüte.

Nähe

Der Himmel ist gleich um die Ecke,

mit der Vertrautheit einer alten,

liebgewonnenen Küche –

 

und alles, was Du tust,

ist, dem warmen

Duft des Brotes zu folgen,

 

gebacken von den Händen,

die Dich einst in den Schlaf wiegten.

Spaziergang

Der Augenblick, den wir verstehen,

birgt eine Ewigkeit an Zeit,

die er uns blütenhaft hinhält –

 

und mit dem Loslassen und Weitergehen

bekommen wir den Eindruck

eines blühenden Feldes,

 

als das Erste, was uns begegnet

mit dem Augenblick,

an dem wir aufwachen.