Märchen vom löchrigen Eimer (nacherzählt)

Es war einmal ein Eimer, der so war wie jeder andere Eimer – das heißt, er diente dem gleichen Zweck: Wasser von einem Ort zum anderen zu bringen. Es gab jedoch etwas, das ihn trauriger machte als andere Eimer: Er hatte einige Löcher, die dazu führten, dass er ständig etwas von dem Waser verlor, mit dem er gefüllt wurde.

Es war nun so, dass der Weg vom Brunnen, aus dem das Wasser geschöpft wurde bis zu dem Garten, dessen Blumen gegossen werden sollten, so weit war, dass er auf dem Weg zwischen Brunnen fast die Hälfte des Wassers verlor, mit dem er gefüllt wurde – jedes Mal fast die Hälfte.

Es kam die Zeit, mit der sein Dienst, der ihn so unglücklich machte, zu Ende ging – und er fand sich vor Gott wieder, dem er sein ganzes Eimerherz ausschüttete (bzw. die Hälfte davon): „Gott, ich bin der nutzloseste Eimer auf Erden gewesen, weil ich das Wasser einfach nicht bei mir halten konnte und mein Besitzer zweimal so oft den Weg zum Brunnen zurücklegen musste als mit jedem anderen Eimer.“

Gott antwortete ihm nicht, aber Er nahm ihn noch einmal zurück auf die Erde, zu der Strecke, die er jeden Tag getragen wurde, auf der er all sein Wasser verlor – an dessen Wegrand ihm die schönsten Blumen inmitten der sonst kargen Landschaft dankbar entgegenblickten.

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