Trump

Er tritt ans Rednerpult

(,das arme, unschuldige Ding,)

und eine dumpfe Welle physischer Präsenz flutet auf –

und Du fragst Dich,

wie er es fertig bringt,

mit einem Anderen im gleichen Raum zu sein.

 

Die Worte, die er in den Mund nimmt,

übersteigen hoffnungslos

das Fassungsvermögen zwischen Unter- und Oberkiefer –

und Du fragst Dich,

wie er es fertig bringt, zu sprechen.

 

Die Gesichter der Pressevertreter

(,jene Gelenkstellen kollektiver Kommunikation,)

versteinern oder verformen sich,

gleichlaufend mit dem Bemühen,

das Gehörte zu verstehen –

und Du fragst Dich,

wie er es fertig gebracht hat, gewählt zu werden.

 

Er verlässt den Raum –

und Du fragst Dich,

welche Zeitung er morgens liest.

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2 Gedanken zu “Trump

    • Ich glaube, es war beides: Naivität derjenigen, die in ihm einen Vertreter ihrer unreflektierten Interessen sehen (fasst sich in „America first“ pointiert zusammen) – und die Planungen derjenigen, die Deckungspunkte seiner Interessenspolitik zu ihrer eigenen sehen (insofern ist der Ausspruch „Ich möchte ein Präsident für alle sein“ durchaus treffend – nur, dass es ein Relativsatz ist, dem die zweite Hälfte hälft).
      Es wird interessant sein, zu beobachten, was sich an Trumps Amtsauffassung ändert, wenn er den Tatbestand nicht mehr ignorieren kann, dass sein Politikverständnis vor dem übergreifenden politischen Diskurs nicht bestehen kann – und ob sich daraus eine Haltung herausformt, die über ein (auf ein Land projeziertes) Eigeninteresse hinausgeht.
      Und die Reaktion derjenigen, die ihn gewählt haben.

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