Draußen

Draußen blüht ein Raum auf,

purzelt mit Blumenduft ins Zimmer

bis an meine Füße  –

 

die ersten Schritte,

ungewohnt lautlos,

hineingetragen in den Raum,

 

der sich hellfarbig um mich schliesst.

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Unerwartet

Mein Ort abgewandt

von denen, die neben mir stehen –

 

im Zweifel, ob die Heimat,

zu der ich unterwegs bin,

nicht schon hinter mir ist,

 

treten meine Schritte

den Boden unter sich fest,

 

bis ein Wurzelgrund mich

an den Begleiter erinnert,

 

der nicht aufgehört hat,

mich mit offenen Armen zu erwarten.

Windstille

Noch bevor Du einen Schritt

auf Dinge zugehst,

sind sie um Dich gestellt,

werden ihre Atemzüge spürbar,

 

bis Du in ihrer Stille stehst,

lautlos aufgerichtet

von der Geste der Bäume,

 

einen gläsernen Augenblick lang –

 

Du betrittst ihn wie auf Zehenspitzen,

um nicht die Kinderaugen zu ängstigen,

mit denen der Himmel Dich anschaut.

 

 

 

 

Armut

Die Dinge reissen sich ihre Kleider vom Leib,

damit Du sie erkennst –

 

was Dich daran hindert, sie zu ergreifen,

sind diejenigen, die Du in den Händen hältst,

und nicht damit rechnen,

dass Du sie loslässt.

 

Unter Dir ein Geräusch,

das Dir wie ein Vorwurf nachhallt,

 

bevor eine unterscheidende Stille Dich empfängt,

vor der sich Dinge

klar wie ein Kindergesicht abzeichnen

 

und Dir ihre rosigen Hände hinhalten.

Schrittgeräusche

Bergende Hand,

die sich mir als Erde hinhält,

 

meine öffnend in sich einfaltet,

sich unmerklich so wendet,

dass ich am Abend den Mond sehen kann –

 

meine Schritte zeichnen

ihre Linien nach,

bis ich ihr Abendbild wiedererkenne,

das mich erinnernd bei sich hält

 

und mich nach Hause wiegt.

Regen

Mit seinem Fallen

steht sein stetes Wort,

 

melodieloses Wiegenlied,

wortloses Flüstern,

 

Hand, die sich unaufhörlich

herabsenkt,

ihren Abdruck

auf dem Boden hinterlässt –

 

Siegel eines nahenden Frühlings.