Karfreitag

Die Grenzen des Weges verlieren sich

inmitten von Kreuzeslandschaft,

 

das Abrupte der Schritte,

schrittweises Fallen,

 

und alles Fallen

fällt in Deine drei Stürze,

und dreimal stehst Du wieder auf,

 

auf Deinen Schultern die Schwere,

an die geheftet

Du Deine drei Worte sprechen wirst:

 

„Es ist vollbracht.“

 

 

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Beim Aufwachen

Letzte Fäden zerrissener Spinnweben

schwanken federleicht vor der unsichtbaren

Brandung unseres Atems,

 

die meerhaft ein- und ausgeht,

uns unverhofft anspült

wie unbewegliches Treibgut,

 

sich wieder entzieht,

uns dem warmen Sand überlässt.

Aufgehoben

Und leise, wie aus einer Hand entstiegen,

begegnet mir der Tag im ersten Schein

des Morgens, blickt mit stillen Atemzügen

mich an, als wäre ich mit ihm allein –

 

ich sehe ihn vor mir geborgen liegen,

und landschaftlich reicht er in mich hinein –

wie seine Hände einen Abend fügen,

fällt er wie Regen in mein Müdesein.

 

Zu Hause

Der Tag hat mehr Fülle,

als seine Stunden fassen,

die Augenblicke

entwachsen den Minuten –

 

ich beschliesse ein Tagebuch,

seine vertrauten Inhalte,

stelle es an seinen Ort

im Regal zurück,

 

neben der Standuhr,

die weiter ihre Sekunden zählt,

bis sie darüber einschläft

und der Abend das Pendel in Schlummer wiegt.

 

 

 

Nachts

Ein Stern öffnet die Nacht,

 

erinnert lautlos an den Boden,

wie er mir sandhell entgegenschimmert,

 

an den Weg,

der sich wie ein Flüstern vor meine Füße legt.