Verwandlung

Eine Grenze von innen

 

und außen betrachtet –

im Weiten verlorene Linie,

die letzte Wunde einer erwachenden Landschaft.

 

 

Nach dem Schlaf

Dinge ertasten,

bis ich sie erkenne,

und erinnernd die Augen schließe,

 

vertrauend den Schritten folge,

überrascht vom Bleibenden ihrer Geräusche,

 

Klang jenes Wiegenliedes,

das mich erwachen läßt

 

im Silberkreis eines Horizontes,

schützend legt er seine Hände um den Tag

wie um ein Neugeborenes.

 

 

Bereits Herbst

Das Blaue ist tiefer,

das Licht stiller geworden,

 

die Farben klarer,

die Tage abendlicher,

 

Winde, im Weiten verlaufen,

hörbare Atemzüge,

 

Orte wie Kieselsteine ausgestreut,

eine Handbreit entfernt.

 

 

Einem Kind

Will das Licht einem Schatten von sich erzählen,

er jedoch nicht über sich springen,

zieht er weiter seine Linie,

während es mit den Fingern darüber streicht,

als wolle es eine Wunde heilen,

ihn auffangen, wohin er flieht –

würde er sich als Kind in der Ecke finden,

wenn es dorthin seinen Namen flüstert?